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Mit dem Hammerwerk aus Mühlehorn, erstellt um 1760,
also um die Zeit des "Sieben jährigen Krieges" in der dramaturgischen
Epoche der " Aufklärung " sehen Sie das wahrscheinlich älteste, noch in
Betrieb befindliche Hammerwerk Europas.
Es besitzt ein oberschlägiges Wasserrad mit 4 Metern
Durchmesser bei einer maximalen Wassermenge von 100 Litern pro Sekunde,
das ergibt ca. 30 U/min. Solch ein Wasserrad ist typisch für eine
geringe Wassermenge bei einem hohen Gefälle, also optimal für die
hiesige Gebirgslandschaft. Im inneren der Schmiede treibt das Wasserrad
3 unterschiedliche Schwanzhämmer an. Sie haben ein Gewicht von 70 - 200
Kg und eine Kadenz von 180 - 240 Schlägen pro Minute. Interessanter
Weise findet sich bei heutigen Schmiedemaschienen die selbe
Schlagfrequenz. In unserem Hammerwerk wurden Werkzeuge erstellt,
Werkzeuge für den Handwerker, die Land und Forstwirtschaft sowie für die
nahegelegenen Bergwerke. Die Produkte der Schmiede kamen nach deren
Fertigstellung in den Handel, es handelt sich hierbei um einen Vorläufer
heutiger Fabriken. Ein Stück gelebte Industriegeschichte.
Die ersten Hammerwerke sind im 14. Jhd. entstanden,
vorher diente das Wasserrad allein zur Verstärkung der Blaskraft um
höhere Temperaturen zu erzielen. Die meisten Hammerwerke dienten zur
Stahlherstellung, d. h. sie befreiten das geschmolzene Eisen von
Schlacke und Kohlerückständen und schmiedeten es zu Blechen, Fein- und
Grobeisen um es dann zu verkaufen. Der Einzug der Walztechnologie
bedeutete folglich das aus für die meisten Hammerwerke. Vielleicht
konnte die Hammerschmiede Mühlehorn nur Dank ihrer Spezialisierung auf
die Werkzeugfertigung bestehen, da sie diesem Umbruch nicht unterworfen
war.
Dank tragenden Leuten des Glarner Heimatschutz ist uns
dieses Relikt aus vergangenen Tagen erhalten geblieben, doch worin liegt
die Aufgabe in heutiger Zeit? Wie definiert sich ihr neues Konzept? Man
wollte kein bloßes Archivieren, kein totes Museum, man wollte es zu
neuem Leben erwecken und dies ist auch gelungen. Zuerst mit dem
Kunstschmied Urs Lachenmeier der hier gut 20 Jahre arbeitete und sein
Können gern unter Beweis stellte.
Vor allem Matthias Elmer ist es zu Danken das er in
Christian Zimmermann einen künstlerisch sensiblen und sehr engagierten
Fachmann als Nachfolger fand.
Christian Zimmermann richtete sich die Schmiede nach
seinen Bedürfnissen ein, er stellte auch neue Maschinen, aber mit viel
Gespür und ohne das alte Ambiente zu verletzen. Die Art wie er bei
seinen Demonstrationen die Welt des Schmiedens dem Besucher vermittelt
ist einmalig und sehr eindrücklich, man fühlt wie ihm seine Profession
ans Herz gewachsen ist. In einem alten Sprichwort heißt es: "Die Feuer
werden nie erlöschen" und das hoffen auch wir, so möge das Stakkato der
Schmiedehämmer noch lange Zeit das Meerenbachtobel erfüllen.
Die "alte hammerschmiede" Mühlehorn gehört seit
1999 der selbigen Stiftung.
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